CD-Rezension / Review / Kritik

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Epica The Solace System EP CD Cover

Epica „The Solace System“ (EP)

(Nuclear Blast/Warner)
Dass Epica eine der ambitioniertesten Formationen im Symphonic Metal sind, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Auch dass sich die niederländische Soundschmiede mit jedem neuen Monumentalwerk selbst übertrifft und es zudem tatsächlich noch vermag, völlig neue Elemente, stilistische Finessen und virtuose Feinjustierungen in ihre Kompositionen  einfließen zu lassen, ist kein Geheimnis. All dies und noch vieles mehr zeichnet den beispiellosen Erfolgsweg der Combo um Frontschönheit Simone Simons aus, die längst zu einer Speerspitze des Genres avanciert ist. Mit ihrer aktuellen Platte „The Holographic Principle“ hat die Band wieder alle Erwartungen übertroffen, zeigt sich noch experimenteller und progressiver als zuvor. Innerhalb jenes fruchtbaren Kreativprozesses sind derart viele und starke Songs entstanden, die es aber aus Platzgründen nicht alle auf die CD geschafft haben. Deswegen haben sich Epica entschlossen, eine EP aus der Taufe zu heben, die diesen Nummern den gebührenden Raum bietet und jene zudem nicht aus dem thematischen Kontext reißt. Sechs Tracks an der Zahl sind es, die sich auf „The Solace System“ tummeln und jedes Stück versteht es, den Hörer vollkommen in den Bann zu ziehen. Bereits der gleichnamige Opener ist eine majestätische Mammutnummer, die das beste vereint, das Epica auszeichnet: Bombast, Power, Emotion, Vielschichtigkeit, Melodik und spannende Dynamik. Auch die weiteren Lieder sind höchst anspruchsvoll und diffizil, wobei die Akustikballade „Immortal Melancholy“ eine immens sensible, gefühlvolle und fragile Facette der Band reflektiert. Unbedingt reinhören!
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2017.
Saturday the 24th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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