HINWEIS: Bei der Verwendung von Microsoft Browsern (Edge & Explorer) kann es zu Funktionsstörungen kommen. Insbesondere im Shop / Warenkorb!
Wir empfehlen den Gebrauch von Chrome, Firefox, Safari, Brave, o.ä. - vielen Dank!


Drucken
autobahn dissemble

Autobahn
„Dissemble“

(Tough Love Records/Cargo)
Eine mächtig hallende Snare nähert sich aus dem Halbdunkel, wird schneller, stürzt sich in einen Trommelwirbel und mündet in einen wild zirkulierenden Post-Punk-Strudel. Das Quintett aus Leeds knüpft damit nahtlos an seine bisherigen EP-Veröffentlichungen an und baut eine Brücke zum insgesamt etwas strukturierter und abgeklärter anmutenden neuen Material. „Dissemble“ wirkt runder und weniger fahrig, ohne auf Eigentümlichkeiten wie die rückwärts laufenden Tonspuren im Titelstück zu verzichten oder den aggressiv metallischen Bass am Anfang von „Society“ zu bändigen. Ecken und Kanten bleiben. Die Rhythmussektion verursacht immer wieder akustisches Stroboskopflackern. Joy Division und Bauhaus tauchen als Silhouetten im Vorgarten auf und wenn  Craig Johnson „If I were to crash and die here, at least it would be a really beautiful place to die“ singt, ist sogar ein Hauch der verzweifelten Romantik alter Smiths-Nummern spürbar. Von einem nie verlöschenden Licht ist allerdings nicht die Rede. Es bleibt dämmrig, abgründig und vorwiegend ruppig. Wild tanzen die Schatten an den Wänden der ehemaligen Kirche, in der Autobahn ihr Langspieldebüt aufgenommen haben. Her mit dem Messwein!
Christoph Kutzer



Sunday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©