CD-Rezension / Review / Kritik

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dark kasperle theater krieg im gothenland

Dark Kasperle Theater
„Krieg im Gothenland“
(Trisex/Soulfood)
Einige Zeit war es ja ruhig um das Dark Kasperle Theater, das 2011 und 2012 oft auf deutschen Bühnen zu Gast war. Grund dafür waren wohl juristische Auseinandersetzungen zwischen Dark Kasperle, dem Lola Angst-Kopf Goldmann, und einigen der hier derbe verarschten Persönlichkeiten. Nun ist die CD aber da und sooo schlimm ist das auch wieder nicht! Auf dem Album mit dem schönen Titel werden Protagonisten von And One, Asp, Project Pitchfork, Unheilig, VNV Nation & Co. durch den Kakao gezogen – Jene heutige Gothic-Szene, die in den 90er-Jahren ihren Startschuss erfuhr und sich nun gemütlich seit Jahren (Jahrzehnten) künstlerisch auf dem Erreichten ausruht. Die Gothic-Generation davor mit Bands wie The Cure, Bauhaus, The Sisters Of Mercy oder Fields Of The Nephilim könnte man natürlich auch vorzüglich karikieren, wird sie aber nicht. Wer den Musikgeschmack von Herrn Goldmann kennt, weiß warum. Das einzige Manko der CD sind nicht die Texte, die sind echt witzig, ganz klar, sondern die Musik. Denn diese persifliert nicht den jeweiligen Bandsound, die vorliegenden Tracks klingen eben nicht nach Blutengel, Unheilig und And One, sondern, äh ... na ja, nach Lola Angst. Die Persiflage findet auf textlicher Ebene statt und natürlich auch visuell. Vorausgesetzt, man sitzt in einer der Vorstellungen.
Uwe Marx

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.


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