CD-Rezension / Review / Kritik

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Vomito Negro Black Plague CD Cover

Vomito Negro „Black Plague“

(Scanner/Soulfood)
Gar nicht so einfach, sich immer wieder etwas Neues (und gleichzeitig natürlich Überzeugendes) einfallen zu lassen. Doch mit „Black Plague“ ist Vomito Negro-Chef Gin Devo ein ziemlicher Husarenstreich geglückt: Denn dass sich schon mal jemand seine Songtexte von Gefängnis-, respektive Psychiatrieinsassen hat schreiben lassen, ist zumindest mir bislang nicht bekannt. Entsprechend fies fällt das zehnte Album der Belgier dann auch aus. Devo gelingt es nicht nur, den Inhalt von Songs wie „Inside Your Brain“, „Bone Cutter“ oder „Sister Voodoo“ maximal böse rüberzubringen, er hat auch seinen analogen Maschinenpark für dieses Unterfangen sauber eingestellt. Wie üblich setzt Devo auf repetitive Soundschleifen, die immer wieder von kalten Vintage-Sounds durchschnitten werden, und drückt in Songs wie „Bone Cutter“ oder dem Titelsong das Gaspedal auch gerne mal ein bisschen weiter durch. Und so wird „Black Plague“ zu einer schweißtreibenden Angelegenheit: Während es bei den einen angesichts mitunter krasser Texte der kalte Angstschweiß sein dürfte, läuft bei der anderen Fraktion in Strömen der Tanzschweiß.
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.
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