CD-Rezension / Review / Kritik

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Schattenmann Licht an CD Cover

Schattenmann „Licht an“

(Drakkar/Soulfood)
Upgrade für ein Genre: Schattenmann knipsen das „Licht an“ und präsentieren auf ihrem Debütalbum ihren Begriff von neuer Deutscher Härte im wahrsten Sinne des Wortes, NDH 2.0 eben. Stoisch-stampfende Beats erhalten eine Frischzellenkur dank elektronischer Grooves und Tanzflächenfüller wie „Brennendes Eis“. Der tiefe Gesang wird durch die wandelbare Stimme eines Frank Herzigs ersetzt, welcher von knarzender Aggression („Amok“) bis hin zur Verletzlichkeit („Zahn der Zeit“) tief blicken lässt. Denn im Universum von Schattenmann bleibt kaum etwas verborgen: Mit „Generation Sex“ zerren die Jungs auch Tabus aus der Schmuddelecke ins Licht – ein Titel, dessen eingängige Hook die direkten, provokativen Lyrics kaum entschärft und der einige Durchläufe braucht, um seine Befremdlichkeit zu verlieren. Dann jedoch geht er ebenso ins Ohr wie mein persönliches Juwel von „Licht an“ direkt unter die Haut geht: Elektronische Vibes kündigen den Pianolauf an, ehe das Gewitter aus Drums und Gitarrenriffs die Dramatik in ihren Höhepunkt gipfeln lässt: „Trümmer und Staub“ ist ganz großes Kino und verführt zum Wortspiel: Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – Schattenmann eben.
Leoni Dowidat

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2018.
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