CD-Rezension / Review / Kritik

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Kalmah Palo CD Cover

Kalmah „Palo”

(Spinefarm/Universal)
Ein Schatz, der in diesem Frühjahr aus den finnischen Sümpfen geborgen wird: Kalmah melden sich mit "Palo" nach fünfjähriger Veröffentlichungspause aus der Versenkung zurück und unterstreichen ihre Rückkehr in die Oberliga des nordischen Melodic Death Metals mit mehr als einem Paukenschlag. Denn mit dem Rückenwind des dominanten Schlagwerks und der schneidenden Riffs zieht Frontmann Pekka Kokko sämtliche Register seines Könnens: Keifend, brüllend und zischend verleiht er den Songs auf „Palo“ die bedrohliche Düsternis der Moorlandschaft, nach der Kalmah ihr Genre getauft haben: Swamp Metal par excellence! Dass Assoziationen mit tristem Einheitsmatsch hier fehl am Platz sind, beweisen die Finnen etwa mit Titeln wie „Into The Black Marsh“, in dem die aufpeitschenden Choreinsätze ein heroisches Stimmungsbild kreieren. Ebenso wie im sehnsüchtigen „Take Me Away“, dessen symphonischer Pianolauf fernab von jedem Kitsch den Atem stocken lässt. Folk-Melodien erfahren eine Frischzellenkur durch speedige Tempi, klassische Instrumente werden durch schwindelerregende Soli gejagt. Mit „Palo“ entfesseln Kalmah über die gesamte Spielzeit ein Monster an Gänsehaut, Rasanz und bedrohlicher Atmosphäre. Das Moormonster eben.
Leoni Dowidat

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2018.
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