CD-Rezension / Review / Kritik

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Efterklang Leaves The Colour Of Falling CD Cover

Efterklang „Leaves - The Colour Of Falling“

(Tambourhinoceros)
Pop goes Oper. Aus reiner Freunde an der Musik unternehmen die dänischen Soundtüftler von Efterklang wirklich alles. Seien es Touren in die kleinsten Provinzclubs, eine Zusammenarbeit mit dem finnischen Perkussionisten Tatu Rönkkö zum Projekt Liima oder aber für „Leaves - The Colour Of Falling“ die Produktion und Aufführung einer Oper. Gemeinsam mit dem Komponisten Karsten Fundal wagten sie 2015 den Schritt, ein wahrlich monumentales Klangerlebnis in die Tat umzusetzen. An 16 Abenden in einem Atombunker aufgeführt, ist es jetzt an der Reihe, eine CD dieses Werkes zu veröffentlichen. Klanglich erwartet die Hörer ein Strudel der unterschiedlichsten Sounderlebnisse. Von der zarten Pop-Melodie bis zur experimentellen Suche nach einem fast schmerzbereitenden Endlosklang. Efterklang und Fundal machen bei der Vertonung der Texte aus der Hand von Ursula Andkjær Olsen vor nichts Halt. Faszinierend, erschreckend, lieblich und grausam, das Auf und Ab der Emotionen lässt sich wohl am besten mit dem Erlebnis eines Diamanda Galas-Albums vergleichen. Die zehn Titel folgen bewusst nicht dem linearen Aufbau der Oper. Als Stimmen sind u.a. zu hören Lisbeth Balslev (Sopran), der Countertenor Morten Grove Frandsen, Nicolai Elsberg (Bass) und Katinka Fogh Vindelev (Sopran), die schon mehrere Jahre mit Efterklang auf Tour unterwegs ist, und Casper Clausen (Efterklang).
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2016.
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Tuesday the 14th.
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