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cocksure tvmalsv

Cocksure
„TVMALSV”
(Metropolis/Soulfood)
Während die Trademark Revolting Cocks in jüngerer Vergangenheit zu RevCo dezimiert wurde und unter den Augen des Ober-Rebellierenden Al Jourgensen zeitweilig eine seltsam anmutende Öffnung zum Mainstream des Alternative Rock vollzog, geht der einstige Cocks-Wegbegleiter Chris Connelly eigene Wege. Er kam auf die Idee , seinerseits ein Nachfolge-Projekt der Legenden des verrückt-überzogenen Industrial-Trashs ins Leben zu rufen. In Jason Novak fand er einen würdigen wie auch willigen Mitstreiter, und selbst Richard 23 von Front 242 hat einen Gastauftritt; und so ertönt auf dem Debütalbum von Cocksure ein Soundgebilde, das durchaus die Klangästhetik der späten Achtziger und frühen Neunziger wiederauferstehen lässt, ohne angestaubt zu wirken. Es bollern verschrobene Beats, die die herrlichen, altbekannten Bassdrum- und Snare-Sounds beinhalten, die Arrangements bestehen vor allem aus krachigen Noise-Sample-Arien, Synths und Gitarren gehen oftmals eine rasiermesserscharfe, unheilige Allianz ein, verzerrte Vocals tänzeln zwischen Raunen, Fauchen, Schreien, angedeuteten Melodien und Sprechgesängen, die allerdings ein wenig zu oft in Rap-gleiche Strukturen verfallen: so wie es in den Jahren um 1992 herum durchaus hoffähig war. Nun liegt das genannte Jahr ein kleines Weilchen zurück, doch die Schrägheit des Ganzen, die pubertär-selbstironische Attitüde der ‚schmutzigen’ Texte in ihrer grellen Comicübersteigerung, die Freude an wilden Arrangements und parodistischem Gockel-Gehabe sorgen auch in diesem späten Zeitalter für diebische Erquickung.
Kym Gnuch


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